Freitag, 31. Juli 2009

...mit der Wasserleitung in Buea?

Da ich schon in Buea war fuhr ich gleich bei UAC, Jannik und Lea vorbei, um zu schauen wie es bei Ihnen läuft. In Buea hatten wir geplant eine Wasserleitung für die Schule der NGO (United Action for Children) bauen zu lassen, da die Schule noch immer ohne fließend Wasser ist.
Mit 500 000 CFA wollen wir das "Wasserprojekt" unterstützen. Im Gespräch mit Jannik erzählt er mir von den Problemen, die UAC mit dem Bau der Wasserleitung hat. Die Gesamtkosten der Wasserleitung belaufen sich auf ca. 2 Mio. CFA (3000 Euro), was unseren Beitrag von 500 000 CFA weit übersteigt. Jannik möchte nun versuchen weitere Spenden zusammenzubekommen, um den Bau der Wasserleitung möglich zu machen.
"Jeden Tag müssen ca. 60 Container Wasser mit dem Bus 3-4 km zur Schule gefahren werden", erzählt er mir im Gespräch. "Das kostet Benzin und somit wichtiges Geld und Zeit, die die Kinder, welche mithelfen auszuladen, mit der Wasserversorgung verlieren", so Jannik.
Eine Wasserleitung würde der Schule nachhaltig enorm helfen, auch wirtschaftlich und die Nahrungs- und Trinkwasserversorgung deutlich verbessern und dauerhaft garantieren.
Leider sind im Moment Ferien und ich kann mir kein eigenes Bild vom Schulalltag machen, ein paar Bilder kann ich machen. Das Gespräch mit Jannik war informativ, aber auch etwas beängstigend, da noch immer nicht genug Gelder zusammengekommen sind, um die Wasserleitung zu bauen.
Jede weitere Spenden für das "helepforchildren" Projekt wird nun in dieses Projekt fließen, um es am Ende doch noch möglich zu machen. Es wäre toll, wenn es klappen würde!!

...im Waisenhaus in Buea?

Am Dienstag besuche ich das "St Valentines" Waisenhaus in Buea am Fuße des Mount Cameroon (dem höchsten Bergs West- und Zentralafrikas). Auch hier war ich schon im Februar auf meiner Filmtour und ich freue mich bekannte Gesichter wiederzusehen.
Janna und ihre Organisation LUKMEF haben hier zusammen mit dem Waisenhaus eine Pilzzucht aufgebaut. Das System der Finanzierung ist das Gleiche wie im Waisenhaus in Limbe auch mit dem kleinen Unterschied, dass das Waisenhaus hier ca. 60 % an das Kreditkonto alle 3 Monate zurückzahlen muss und ganze 40 % für sich selbst behalten kann. Nach 12 Monaten sollte das Geld komplett zurückgezahlt sein.
Divine, der Verantwortliche für die Pilzzucht des Waisenhauses, führt Janna und mich herum und erklärt mir warum das "St Valentines" Waisenhaus eine Pilzzucht aufgebaut hat. "Wir hatten schon einmal eine Pilzzucht und die war sehr erfolgreich. Ich bin gelernter Züchter und kann das nun hier weitermachen und dem Waisenhaus damit helfen", erzählt er mir auf Nachfrage. Er macht durchaus einen sehr professionellen Eindruck und erklärt mir und Janna, dass die Pilze in Säcken (die ich mit eigenen Augen bewundern kann) gezüchtet werden, aus denen sie nach einigen Wochen herauswachsen. Nach ca. 3 Monaten kann das erste Mal geerntet werden, ca. 2kg Pilze pro Sack. Mit 59 Säcken will das Waisenhaus jetzt starten, um dann in einer Woche weitere ca. 60 Säcke aufzuhängen. Pilze in Kamerun sind sehr begehrt, da sie nicht in Riesenmengen angebaut werden (können). Sie sind rar und damit auch ertragreich, wenn die Zucht gut läuft. Probleme sind "die so schwer zu erlangenen Samen in Kamerun" und "die relativ kleine Auswahl an verschiedenen Pilzsorten", was den Verkauf abschwächt, wie uns Divine erzählt. Er ist aber überzeugt davon, dass auch diese Pilzzucht wieder sehr gut läuft.
Auch im St Valentine Waisenhaus sollen erwirtschaftete Gelder für Gesundheit, Bildung und Nahrung ausgegeben werden. Ich bin beeindruckt von der Pilzzucht, habe so etwas noch nie vorher gesehen und bin überzeugt davon dass Divine einen sehr guten Job macht. Er wirkt ehrlich und wie ein echter Experte. Auch Janna erzählt mir später, dass sie ein "sehr gutes Gefühl" im St Valentines Waisenhaus hat.
Und mal wieder verlasse ich zufrieden dieses Waisenhaus, das einen sehr guten Job macht. Das Geld ist dort sehr gut angelegt...

Was ist eigentlich los?...

Hey Ihr!

Die letzten 4 Tage war ich mal wieder unterwegs und habe die Projekte in Buea und Limbe besucht.
Zusammen mit Janna besuchte ich Montag und Dienstag die beiden Waisenhäuser, die ich schon im Februar besucht habe und welche in meinem Film vorgestellt werden. Eine kleine Tour durch die Waisenhäuser gab mir Einblicke in die "Income Generating Activities", die Janna mit ihrer Organisation LUKMEF in den Waisenhäusern initiiert hat und auch durch das Konzert unterstützt werden.
Diese "Income Generating Activities" sind in einem Waisenhaus eine Schneckenfarm und im anderen eine Pilzzucht. Durch die Zucht sollen Schnecken bzw. Pilze entweder zum Eigengebrauch oder zum Verkauf genutzt werden und das dadurch gesammelte Geld in die Verbesserung der Gesundheits-, Nahrungs- und Bildungsversorgung fließen. Das System ist folgendes:
Die Waisenhäuser bekommen Geld von LUKMEF (und vom Konzert), um eine solche "Income Generating Activity" zu starten. Dann wird diese aufgebaut mit dem Geld und die Schnecken bzw. Pilze gezüchtet. Nach ungefähr 3 Monaten kann das erste mal "geerntet" (wenn man das bei Schnecken so nennen kann) und somit auch der erste Ertrag eingebracht werden. Dieser fließt zu 70 Prozent in das "Kreditkonto" (denn die Waisenhäuser müssen das Geld zurückzahlen wie einen Kredit) und 30 Prozent direkt ans Waisenhaus (im Falle der Schneckenzucht, bei der Pilzzucht sind es Nach ca. 12 Monaten sollte das Waisenhaus den Kredit komplett zurückgezahlt haben, kann weitere Erträge nun zu 100 % für sich beanspruchen und zusätzlich einen neuen Kredit für weitere "Income Generating Activities" beantragen. Falls die "Income Generating Activity" nicht funktioniert oder zu ertraglos ist muss das Waisenhaus den Kredit trotzdem zurückzahlen, so wird sichergestellt, dass das Geld auch wirklich für diesen Zweck genutzt wird.

Als erstes besuchte ich das "Save the Children Alliance" Waisenhaus in Limbe. Dort wurde eine Schneckenfarm installiert. Im Gespräch mit Janna wird klar warum gerade Schnecken dort angebaut werden. "Für Schnecken gibt es eine hohe Nachfrage hier im Südwesten Kameruns. Sie gelten als Delikatesse und werden entweder gegrillt oder "frisch" verkauft." Während meines Aufenthaltes im Südwesten kann ich mir davon wirklich ein eigenes Bild machen, überall verkaufen kleine Kinder oder auch Erwachsene gegrillte Schneckenspießen. Was für uns aus Deutschland vielleicht etwas komisch ist ist hier heißbegehrt, sodass mir eine Schneckenfarm auch sehr plausibel vorkommt.
In einem (auch von Janna mit) selbstgebauten Gartenhaus stehen 20 Reifenstapel à 4 Reifen aufeinander in denen die Schnecken leben und sich vermehren sollen. Abgedeckt mit Maschendraht und Steinen wird auch sichergestellt, dass die Schnecken nicht flüchten. Janna erzählt mir, dass dies die "besondere Form der Schneckenzucht" darstellt, da sie im Vergleich zu z.B. Holzkästen statt Reifen die weitaus billigere und ertragreichere Variante ist. Die Schnecken leben von altem Obst, was die Versorgung fast kostenneutral macht.
Nach 3 Monaten werden die ersten Schnecken verkauft und zu diesem Zeitpunkt sollten dann auch kleinere herangewachsen sein für den nächsten Verkauf, so erhält sich die Schneckenzucht selber.
Nach Jannas Informationen belaufen sich die Gesamtkosten auf 300 000 CFA, die nach erfolgreichem "Income Generating" nach ca. 12 Monaten vom Waisenhaus abbezahlt sein sollten.
Janna organisierte diese Schneckenzucht zusammen mit einer lokalen Expertin für Schneckenzucht und ich bin schon beeindruckt, dass Schneckenzüchten so einen großen Unterschied machen kann für ein Waisenhaus mit ca. 20 Kindern. Der Ertrag aus der Zucht fließt gemäß der von Janna ausgearbeiteten Richtlinien für die Waisenhäuser in Gesundheits- und Nahrungsversorgung, sowie Kleidung und essenzielle Schulmaterialien.
Ich bin froh, dass wir das "Waisenhausprojekt" von Janna unterstützen mit unserem Konzert...

Montag, 13. Juli 2009

Von Income Generating und Rattenzüchtern...

Hey Ihr Alle!

Also ich hoffe ihr habt die aktuelle Entwicklung nun mitverfolgen können durch den Blog. Das Meeting am Freitag war ein großer Erfolg und hat uns den Weg geebnet die unglaubliche Spendenmenge sinnvoll nutzen zu können.

Da einige mich fragten, was denn jetzt mit Boris geworden ist, der im Film vorgestellt wurde und dessen Schulgebühren für ein spezielles Gehörloseninternat von den Spenden bezahlt werden sollten, wollte ich auch in dem Fall Klarheit schaffen. Nico, der mit Boris in dem Zentrum für Kinder mit Behinderung in Baham arbeitet, kam auf die Idee die Spendengelder doch für eine "Income Generating" Aktivität zu benutzen. Das heißt, dass von dem Geld zum Beispiel eine Hühnerzucht gebaut werden kann, die dann zur Finanzierung des Zentrums beiträgt und die Nahrungsversorgung garantiert. Trotzdem wollen wir Boris unterstützen und dank des Konzerts konnten wir einen Spenderkreis aufbauen, der sich um die Einschulung von Boris im Internat kümmert. Also das nenn ich mal doppelte Spendeneffizienz!

Weiterhin fragten mich Leute, was denn genau mit "Rattenzucht" gemeint sei. Bei uns sehr verpönt gelten Ratten hier als essbare Tiere, was sie auch wirklich sind. Man darf sich in dem Fall keine dreckige Straßenratte vorstellen, sondern eine große Feldratte. Eine Rattenzucht funktioniert also genau wie eine Hühnerzucht...

Heute werde ich mich mit meinem Chef, Mr Omer Songwe, zusammensetzen und die Produktion der Zeitung "Let's Talk" durchsprechen, ich hoffe sehr, dass alles so klappt, wie wir uns das vorstellen.

Auch am Freitag beim Meeting konnte ich mal wieder feststellen, wie unglaublich die Summe von 3400 € ist (2,2 Mio. CFA) und wieviel wir damit machen können (immerhin unterstützen wir 2 Waisenhäuser, ein Zentrum für Kinder mit Behinderung, eine ganze Schule und die Produktion einer Zeitung für hunderte von Kindern...) Also nochmals Danke!!

Weiteres wird es die nächsten Tage und Wochen geben.

Beste Grüße aus Kamerun,

Niels

Sonntag, 12. Juli 2009

Meeting, 10.07.2009, Bamenda




Jannik und Lea (UAC, Buea)

Janna und Nico

Seriöse Meetingleitung im Büro in Bamenda

Samstag, 11. Juli 2009

Meeting zur Spendennutzung

Hey Ihr Alle!

Endlich haben wir uns zusammengesetzt, Jannik, Lea, Nico, Janna und ich, um über die weitere Vrogehensweise und die Nutzung der Spenden zu diskutieren. Die 4 Freiwilligen kamen gestern extra für dieses Meeting einen weiten Weg (bis zu 7 Stunden Fahrt) nach Bamenda.

Gestern morgen 10 Uhr kamerunischer Zeit (also bei euch in Deutschland 11 Uhr) kamen wir zusammen, um uns zunächst den Dokumentarfilm in kompletter Länge anzuschauen.

Nach dem Film begannen wir ausgearbeitete Verträge für die Freiwilligen und die jeweiligen Partnerorganisationen (in denen die Freiwilligen arbeiten) zu besprechen und zu verfeinern. Nach einer produktiven Diskussion kamen wir zu einem Kompromiss in beiden Verträgen, sodass diese nun nur noch unterschrieben werden müssen.
In diesen Verträgen geht es hauptsächlich um die Nutzung der Spenden und die Kontrolle, dass diese auch dort ankommen, wo es geplant wird.
Ich denke wir können mit den Verträgen sehr zufrieden sein, sie geben den Freiwilligen (fast) freie Verantwortung, beziehen aber auch die Partnerorganisationen in den Entscheidungsprozess, was letztendlich mit dem Geld gemacht werden soll mit ein. Abgesichert wird die Spendennutzung durch die im Vertrag festgelegte Kontrolle durch die Projektkoordinatoren Robert und mir selber.
Nach den Verträgen kamen wir zum spannenderen Teil des Meetings, der Besprechung der Nutzung.
Jeder stellte sein Projekt vor und wir diskutierten über weitere Investitionen und Ideen.
Hier die Ergebnisse hinsichtlich der Spendennutzung und was mit dem gespendeten Geld (sehr wahrscheinlich) gemacht wird:

Nico Recknagel, Baham, CFRASH
„Income generating“ mit Hühnerzucht bzw. Rattenzucht = ca. 450 000 CFA
Ausbildung zur Sekretäring für Vivian = ca. 50 000 CFA
GESAMT = ca. 500 000 CFA

Jannik Marten, Lea Newzella, Buea, UAC
„Wasserprojekt“, was insgesamt ca. 2 Mio. CFA kostet
Beitrag von 500 000 CFA = ca. 500 000 CFA


Niels Stöber, Bamenda, YOP
„Let's Talk“ Zeitung zu Pubertät, Lifeskills, HIV und Gender
Publikation für mind. ein halbes Jahr = ca. 500 000 CFA
Aufruf zu Sponsoring durch deutsche Zeitung

Janna Bieker, Limbe, LUKMEF
Waisenhausprojekt
„Income Generating“ für 2 Waisenhäuser
(Pilzzucht, Schneckenzucht, etc.) = ca. 600 000 CFA
Gesamtsumme = 2, 100, 000 CFA


Bleibt „Puffer“ von 123 000 CFA, die wir dafür nutzen können entstehende Mehrkosten zu decken oder ein Projekt speziell zu unterstützen, falls die Entwicklung der nächsten Wochen dafür Anlass gibt.


Ich denke wir alle können sehr zufrieden mit dem Meeting von gestern sein. Interessante und produktive Diskussionen halfen uns den Nutzen der Gelder sinnvoll zu planen, um in den nächsten Wochen auch praktisch die Gelder organisieren und nutzen zu können.

Hiermit möchte ich nochmals allen danken, die für diese wirklich super Sache gespendet haben, sei es in Form von direkten Spenden oder dem Konzertbesuch oder in verbaler Unterstützung. Weiterhin möchte ich danke sagen an Janna, Jannik, Lea und Nico, die extra für dieses Meeting heute nach Bamenda gekommen sind und damit wieder einmal ihr Engagement bewiesen haben.

Ein schönes Wochenende und bald gibt’s mehr!!

Niels in Bamenda