Hey Ihr!
Die letzten 4 Tage war ich mal wieder unterwegs und habe die Projekte in Buea und Limbe besucht.
Zusammen mit Janna besuchte ich Montag und Dienstag die beiden Waisenhäuser, die ich schon im Februar besucht habe und welche in meinem Film vorgestellt werden. Eine kleine Tour durch die Waisenhäuser gab mir Einblicke in die "Income Generating Activities", die Janna mit ihrer Organisation LUKMEF in den Waisenhäusern initiiert hat und auch durch das Konzert unterstützt werden.
Diese "Income Generating Activities" sind in einem Waisenhaus eine Schneckenfarm und im anderen eine Pilzzucht. Durch die Zucht sollen Schnecken bzw. Pilze entweder zum Eigengebrauch oder zum Verkauf genutzt werden und das dadurch gesammelte Geld in die Verbesserung der Gesundheits-, Nahrungs- und Bildungsversorgung fließen. Das System ist folgendes:
Die Waisenhäuser bekommen Geld von LUKMEF (und vom Konzert), um eine solche "Income Generating Activity" zu starten. Dann wird diese aufgebaut mit dem Geld und die Schnecken bzw. Pilze gezüchtet. Nach ungefähr 3 Monaten kann das erste mal "geerntet" (wenn man das bei Schnecken so nennen kann) und somit auch der erste Ertrag eingebracht werden. Dieser fließt zu 70 Prozent in das "Kreditkonto" (denn die Waisenhäuser müssen das Geld zurückzahlen wie einen Kredit) und 30 Prozent direkt ans Waisenhaus (im Falle der Schneckenzucht, bei der Pilzzucht sind es Nach ca. 12 Monaten sollte das Waisenhaus den Kredit komplett zurückgezahlt haben, kann weitere Erträge nun zu 100 % für sich beanspruchen und zusätzlich einen neuen Kredit für weitere "Income Generating Activities" beantragen. Falls die "Income Generating Activity" nicht funktioniert oder zu ertraglos ist muss das Waisenhaus den Kredit trotzdem zurückzahlen, so wird sichergestellt, dass das Geld auch wirklich für diesen Zweck genutzt wird.
Als erstes besuchte ich das "Save the Children Alliance" Waisenhaus in Limbe. Dort wurde eine Schneckenfarm installiert. Im Gespräch mit Janna wird klar warum gerade Schnecken dort angebaut werden. "Für Schnecken gibt es eine hohe Nachfrage hier im Südwesten Kameruns. Sie gelten als Delikatesse und werden entweder gegrillt oder "frisch" verkauft." Während meines Aufenthaltes im Südwesten kann ich mir davon wirklich ein eigenes Bild machen, überall verkaufen kleine Kinder oder auch Erwachsene gegrillte Schneckenspießen. Was für uns aus Deutschland vielleicht etwas komisch ist ist hier heißbegehrt, sodass mir eine Schneckenfarm auch sehr plausibel vorkommt.
In einem (auch von Janna mit) selbstgebauten Gartenhaus stehen 20 Reifenstapel à 4 Reifen aufeinander in denen die Schnecken leben und sich vermehren sollen. Abgedeckt mit Maschendraht und Steinen wird auch sichergestellt, dass die Schnecken nicht flüchten. Janna erzählt mir, dass dies die "besondere Form der Schneckenzucht" darstellt, da sie im Vergleich zu z.B. Holzkästen statt Reifen die weitaus billigere und ertragreichere Variante ist. Die Schnecken leben von altem Obst, was die Versorgung fast kostenneutral macht.
Nach 3 Monaten werden die ersten Schnecken verkauft und zu diesem Zeitpunkt sollten dann auch kleinere herangewachsen sein für den nächsten Verkauf, so erhält sich die Schneckenzucht selber.
Nach Jannas Informationen belaufen sich die Gesamtkosten auf 300 000 CFA, die nach erfolgreichem "Income Generating" nach ca. 12 Monaten vom Waisenhaus abbezahlt sein sollten.
Janna organisierte diese Schneckenzucht zusammen mit einer lokalen Expertin für Schneckenzucht und ich bin schon beeindruckt, dass Schneckenzüchten so einen großen Unterschied machen kann für ein Waisenhaus mit ca. 20 Kindern. Der Ertrag aus der Zucht fließt gemäß der von Janna ausgearbeiteten Richtlinien für die Waisenhäuser in Gesundheits- und Nahrungsversorgung, sowie Kleidung und essenzielle Schulmaterialien.
Ich bin froh, dass wir das "Waisenhausprojekt" von Janna unterstützen mit unserem Konzert...
Freitag, 31. Juli 2009
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