Hey Ihr Alle!
Nach 6 Stunden Fahrt für 280 km (was mich mittlerweile nicht mehr wundert) bin ich Dienstag Nachmittag in Limbe angekommen, der zweiten Station meiner kleinen Reise, auf der ich die 3 Projekte, die außerhalb Bamendas liegen, filmen und so die Arbeit der Freiwilligen vor Ort dokumentieren möchte.
Am Dienstag morgen bin ich um 7 Uhr von Baham aufgebrochen, um mit dem Taxi zum Bafoussamer Busbahnhof zu fahren, von wo aus viele Busse nach Douala fahren. Wie so oft konnte ich mich vor Angeboten an Bussen kaum retten, die einem auch sehr direkt und aufdrängend angeboten werden. Mein Bus war ganz gut, leider musste ich auf der Fahrt erkennen, dass ich mir meinen Sitznachbarn nicht optimal ausgesucht hatte, nachdem sich sein kleines Kind auf meine Hose erbrochen hatte – naja that's life oder so. Von Douala musste ich dann in ein kleines sogenanntes „Buschtaxi“ umsteigen, das mich direkt nach Limbe bringen sollte. Die Fahrt war ruhig und ich hatte genug Zeit die schöne Landschaft auf der Strecke nach Limbe einzufangen.
Von meinen Erlebnissen in Baham motiviert wollte ich so schnell wie möglich anfangen mit dem Filmen in Limbe. Dort angekommen konnte ich mir gleich ein Bild von der Organisation machen, in der Janna arbeitet, eine DED-Freiwillige, die in der kleinen Organisation unter anderem das Waisenhausprojekt ausgearbeitet hatte, in dessen Rahmen wir 2 Waisenhäuser unterstützen wollen.
Ich konnte gute Aufnahmen des Büros machen, bevor ich mich dazu entschloss noch ein wenig die Stadt und den Verkehr einzufangen, bevor ich für den Tag Schluss machte. Auf der Straße kam ich spontan ins Gespräch mit zwei Taxifahrern, die mir ein wenig aus ihrem Leben erzählten. Mit einem Gehalt von 2000 CFA (umgerechnet 3,50 Euro) müssen sie, nach ihren Angaben, all ihre Kosten abdecken – man merkt es sonst nicht so direkt, aber die Armut in Kamerun ist schon erschreckend, da sie durch die breite Masse der Bevölkerung geht, was mir im Gespräch mit den Beiden wieder klar vor Augen geführt wurde.
Am nächsten Morgen hatte ich die Gelegenheit mit dem Koordinator der Organisation LUKMEF (Martin Luther King jr. Memorial Foundation) zu sprechen. Das Interview verlief gut und ich bekam einen guten Einblick in die Organisation, in deren Ziele und Aktivitäten. LUKMEF ist eine kleine Nicht-Regierungsorganisation aus Limbe, die sich vorrangig auf die Friedens- und Demokratieförderung und die nachhaltige Entwicklung konzentriert, aber auch Workshops zur Gleichbehandlung der Frau anbietet und nebenbei noch Computerkurse zur Verfügung stellt. Mir wurde klar, dass es schwer ist, die Arbeit der Organisation in wenigen Schlagwörtern festzuhalten. LUKMEF arbeitet schon seit vielen Jahren auch mit internationalen Freiwilligen zusammen, wie zum Beispiel Janna eine ist oder ihre Mitbewohnerin Gene aus den USA ein Beispiel darstellt. „Die Arbeit mit internationalen Freiwilligen erweitert unseren Horizont immens. Viele Projekte, auch aktuelle, wurden und werden von internationalen Freiwilligen geplant und durchgeführt, wofür wir sehr dankbar sind. Außerdem trägt der Austausch mit Freiwilligen aus aller Welt zum Bauen von kulturellen Brücken bei“, so der Direktor im Gespräch mit mir.
Am Nachmittag fuhren Janna und ich zu einem Waisenhaus, das wir mit dem Konzert unterstützen wollen. Das „Save the Children Alliance“ - Waisenhaus in einem kleinen Vorort von Limbe beherbergt 23 Kinder zwischen 3 Monaten und 14 Jahren. Es hat eine eigene kleine Kapelle, Küche, Schlafräume und einen Mehrzweckraum, in dem auch Nachhilfestunden stattfinden. Das Waisenhaus empfand ich als sehr einladend, wir bekamen eine kleine Tour durch die Einrichtung und die Kinder sangen sogar für uns, was richtig schön war. Mir wurde aber auch bewusst, dass es dem Waisenhaus an Mitteln fehlt, um z. B. die Wohnbedingungen der Kinder zu verbessern, die sich bis heute ein Bett zu zweit teilen müssen.
Janna hat ein Waisenhausprojekt auf die Beine gestellt, das durch gesammelte Gelder aus Deutschland finanziert werden soll und den Waisenhäusern in verschiedenen Bereichen helfen soll. Die erste Phase wird die Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Kinder sein und die Verbesserung der Wohnbedingungen. So sollen alle Kinder im staatlichen Krankenhaus registriert werden, um eine bessere und zuverlässigere Behandlung möglich zu machen. Im „Save the Children Alliance“ - Waisenhaus soll darüber hinaus die Einrichtung verbessert werden, um eben die Lebensbedingungen der Kinder deutlich zu verbessern.
Im Gespräch mit der Direktorin des Waisenhauses wird deutlich, wo finanzielle Unterstützung, die vom Staat nicht gewährleistet wird, nötig ist. „Die Schlafräume sind viel zu klein. Wir planen unser Waisenhaus zu vergrößern, aber uns fehlen einfach die finanziellen Mittel“, erzählt die Direkorin Janna im Gespräch.
Mir wird deutlich, wie sinnvoll die Unterstützung des Waisenhauses wäre, wobei es wichtig ist, dass Janna und LUKMEF den Prozess in den Einrichtungen überwachen können.
Nach dem Besuch im Waisenhaus bereite ich schon meine Reise nach Buea vor, wo ich am nächsten Tag hinfahren werde. Das zweite Waisenhaus, das wir unterstützen wollen werden Janna und ich am Samstag morgen besuchen. Ich bin schon sehr gespannt, was uns dort vor Ort erwartet.
Seit Gestern bin ich also in Buea, wo ich Lea und Jannik, die zwei DED-Freiwilligen vor Ort, und ihre Organisation UAC (United Action for Children) besuchen werde. In diesem Rahmen werden wir die Grundschule der Organisation, in der beide Freiwilligen arbeiten, besuchen. Außerdem werde ich mit Gerald (dessen Reise und Beitrag zu diesem Film durch großzügige Spenden ermöglicht wurde. Vielen , vielen Dank hierfür nochmals!) die einzig englischsprachige Universität Kameruns besuchen, die mit 12 000 Studenten das Stadtbild Bueas prägt. Ich bin gespannt euch so schnell wie möglich neue Informationen über meine Reise zukommen zu lassen.
Vielen Dank nochmal an alle, die Robert und mich unterstützen. Einige der Spender, denen wir zu großem Dank verpflichtet sind, sind links auf diesem Blog aufgelistet.
Ich sag mal bis die Tage und wünsche euch allen ein schönes Wochenende!
Niels
Freitag, 27. Februar 2009
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