Hey Ihr Alle!
Am Donnerstag ging es dann am Nachmittag von Limbe nach Buea, wo ich meine letzte Etappe absolvieren sollte. Buea ist die Hauptstadt der Südwest Region und hat ca. 100 000 Einwohner, darunter 12 000 Studenten. Die Stadt erstreckt sich auf einer Anhöhe die zu den Ausläufern des Kamerunbergs gehören, der größten Erhebung Westafrikas und der einzig noch aktive Vulkan in Kamerun.
Hier in Buea wird mir Gerald, ein guter Freund und Freiwilliger in meiner Organisation eine gute Hilfe sein mehr über die Stadt zu erfahren. Er ist hier 3 Jahre zur Universität gegangen und wird viel darüber zu berichten haben.
In Buea befindet sich die einzig englischsprachige Universität Kameruns und hat daher eine relativ hohe Studentendichte, was sich auch auf das Stadtbild auswirkt. Man trifft sehr viele Jugendliche und Studenten und allgemein ist die Stadt sehr lebendig. Ich will hier zwei ganz bestimmte Jugendliche treffen: Lea Newzella und Jannik Marten – beide DED-Freiwillige. Sie arbeiten bei UAC was soviel heißt wie „United Action for Children“, eine Organisation, die unter anderem einen Kindergarten und eine Grundschule betreibt und so die Misstände im kamerunischen Bildungssystem auszugleichen versucht. Außerdem bietet UAC Computerkurse an und bietet eine Art Berufsschule an, die Jugendliche nach der Schule besuchen können, um so ihre Chancen später einen Beruf ausüben zu können zu vergrößern. Das Alles wollte ich mir angucken.
Donnerstag Nachmittag, kurz nachdem ich angekommen war, ging ich gleich mit Jannik und Lea in ein Village in der Nähe von Buea, wo sie ihr „School on Wheels“ Projekt machen. Im Rahmen des „School on Wheels“ Projekts gehen die Freiwilligen der Organisation, zu denen zusätzlich zu Jannik und Lea noch 3 holländische Studentinnen und 1 Engländre gehören, in „abgelegenere“ Dörfer, wo die Versorgung mit Bildungseinrichtungen schwach ist, um einmal die Woche zusätzlichen Unterricht zu geben. Meistens einfach nur grundlegende Dinge, wie einfaches Rechnen und Schreiben, aber die Kinder genießen es, vor allem das Spielen, oder wie am Donnerstag, das Tanzen nach dem Pflichtprogramm. Lea und ich versuchten 9 Jährigen einfaches Addieren, Subtrahieren und Multiplizieren beizubringen. War interessant, aber meine Nerven waren an dem Nachmittag nicht die Besten, aber gut, daran gewöhnt man sich=)...
Freitag morgen gleich nach dem Frühstück war es dann Zeit für das erste Interview. Da Jannik und Lea jeden Morgen, Mittag und Abend bei ihrem Chef und dem Direktor der Organisation essen, konnten wir gleich nach dem Frühstück im selben Haus das Interview machen, um 8 Uhr morgens. Ich war schon mal frischer, aber nichtsdestotrotz war es ein gutes Gespräch. Danach gingen wir zu Jannik und Leas Haus und ich hatte ein Gespräch mit Jannik über seine Erfahrungen in Kamerun und die Arbeit hier, aber auch über seine Pläne für die Zukunft. Ich will ja jetzt nicht zu viel verraten, daher gleich zum nächsten Punkt. Nach den Interviews ging es für uns (also Gerald, Jannik, Lea und ich) in die Grundschule der Organisation, wo Jannik und Lea ein paarmal die Woche entweder Deutsch-, „Home economics“- oder Sportunterricht geben. Die Schule ist privat und wird somit über einerseits Spenden von internationalen Organisationen und andererseits über Schulgebühren finanziert. „Wir eröffneten eine Schule, weil das kamerunische Bildungssystem einfach zu lückenhaft ist. Es fehlt an Lehrern und Materialien und oftmals werden abgelegenere Gebiete nicht erfasst“, beschreibt der Direktor seine Motivation eine Schule zu eröffnen und das „School on Wheels“-Projekt auf die Beine zu stellen.
Ich gucke mir mit den anderen die Schule an, filme und besuche mehrere Klassen, bevor ich mich mit Lea in ein Spielhäusschen setze, um mit darüber zu reden, was denn mit möglichem gesammelten Geld gemacht werden könnte. „Die Schule hat immer noch kein fließendes Wasser, außerdem ist sie noch nicht fertig verputzt und gestrichen. Hierfür würde ich Spenden nehmen, einfach um die Schule sozusagen zu vollenden“, erzählt sie mir im Gespräch und sie fügt hinzu: „Vor allem das mit dem fließenden Wasser wäre enorm wichtig. Jedes Mal, wenn Wasser benötigt wird, was ja sehr oft vorkommt, vor allem, weil die Kinder mit Trinken und Essen versorgt werden müssen, muss der Fahrer mit dem Bus in die Stadt fahren und die Kinder müssen den Bus abladen, was unnötige Zeit in Anspruch nimmt und zusätzlich viel Geld kostet.“ Neben dem Wasserproblem würde Lea gerne mit den anderen Freiwilligen die Schule anstreichen und kinderfreundlich gestalten, wofür bis jetzt das Geld gefehlt hatte. Ich finde die Ambitionen klasse und stelle mir die Schule schön bunt vor, wenn ich das nächste Mal komme.
Nach dem Besuch in der Schule fahr ich mit Gerald in die Uni von Buea, der einzig englischsprachigen Universität in Kamerun, was die relativ hohe Zahl an Studenten (12 000) erklärt. Wir schlendern durch den schönen Eingangsbereich, ich nehme alles auf und bin beeindruckt zumindestens von der äußeren Erscheinung der Unigebäude. Der Campus ist schöner, als der in Gießen und das ist schon erstaunlich, da auch diese Uni staatlich finanziert wird, wo es in Kamerun doch oft Probleme in dieser Hinsicht gibt. Wir schauten uns einige Gebäude an, bevor wir uns auf ne Bank setzen konnten, um ein kleines Gespräch zu führen über Geralds Zeit in der Uni und das Studieren in Kamerun selbst. „Die Uni in Buea ist wohl die Beste in ganz Kamerun. Es ist aber auch schade, dass es nur eine englischsprachige Universität hier gibt, das verringert die Chancen der anglophonen Bevölkerung beträchtlich“, so Gerald im Gespräch mit mir.
Danach wechselten wir die Bank und redeten über Kamerun selbst und die Probleme, die es im Land gibt. Es war ziemlich interessant und ich bin froh so ein Gespräch geführt zu haben.
Am Nachmittag ging ich nochmal die gemachten Aufnahmen durch, bevor wir uns abends (also alle ausländischen Freiwilligen) eine schöne freie Zeit genehmigten.
In Buea war ich damit also fertig mit dem Filmen, doch Samstag morgen hieß es dann nochmal ein Waisenhaus besuchen für das Projekt von Janna. Das Waisenhaus liegt mitten in Buea, sodass wir morgens dorthin fuhren, bevor wir uns zurück auf den Weg nach Limbe machten, wo ich die Reise mit dem Weg zurück nach Bamenda am Sonntag beendete.
Das war meine Reise, es ging verdammt schnell um, es war schön und ziemlich lehrreich und interessant. Ich bekam Einblicke in die Arbeit von Nico, Janna, Lea und Jannik, die ich so vorher nicht hatte und ich konnte deren Alltagsleben lernen nachzuvollziehen. Das find ich verdammt wichtig, neben der Tatsache, dass ich gute Filmaufnahmen machen konnte und hoffe, dass der Film ungefähr das wiedergibt, was ich erlebt und gesehen habe.
Nochmals vielen Dank an alle, die mich unterstützt haben nicht zuletzt danke an Janna, Nico, Jannik und Lea, die mir sehr geholfen haben zu filmen, indem sie ihre eigenen Ideen miteinbrachten.
Beste Grüße aus Bamenda, wo ich gestern angekommen bin!
Niels